(Intervall-)Fasten & Abnehmen

Zum Jahreswechsel liebäugeln viele mit dem Fasten, verspricht es doch eine rasche Gewichtsreduktion. Die light-Form des Fastens, das Intervallfasten, hat mittlerweile Trendstatus erreicht.  Im Gegensatz zum herkömmlichen Fasten, wo kurz, aber heftig, gefastet wird, verzichtet der Intervallfastende jeweils nur für 10 bis 18 Stunden auf feste Nahrung (dafür über einen längeren Zeitraum hinweg). Wir fragen uns heute: Wie gut eignet sich (Intervall-)Fasten zum Abnehmen?

In kurz: Nicht gut. Das verlorene Gewicht ist kein Fett und unser Körper mogelt sich um eine langfristige Gewichtsabnahme herum.

In lang: Nicht gut. Egal, ob «herkömmliches» Fasten oder Intervallfasten. Zwar gilt: Wer gelegentlich auf feste Nahrung verzichtet, regt seinen Zellstoffwechsel dazu an, defekte Bestandteile oder krankheitserregende Stoffe zu eliminieren. In puncto Abnehmen allerdings ist Fasten njet, es führt dauerhaft nicht zu einer Gewichtsreduktion. Zwar verlieren wir während des Fastens Gewicht (oft ein paar Kilo), aber das ist kein «echtes» Gewicht. Bei einem durchschnittlichen Fastenzeitraum verlieren wir nämlich kein Fett, sondern Wasser. Und, schlimmer: Muskeln. Erst nach Ablauf dieser Zeit greift unser Körper auf seine Fettreserven zurück. Kehren wir dann zu unserer normalen Ernährung zurück, bringen wir bald wieder unser Start-Gewicht auf die Waage. Nur: minus der verlorenen Muskelmasse, sie bleibt erstmal verloren. Unser Wassergewicht hingegen bekommen wir schnell wieder zurück. Gemein, oder? Und nicht nur das: Nach dem Fastennotstand beginnt unser Körper, jede Mahlzeit umso sorgfältiger zu verwerten und für schlechte Zeiten «anzulegen». In Form von Fett, der klassische Jojo-Effekt. Kritisch steht die Wissenschaft auch dem Gewichtsverlust durch Intervallfasten gegenüber: positive Anfangseffekte lassen sich auf Dauer nicht halten, unser Körper mogelt sich um eine Fettabnahme herum. Langfriststudien stehen allerdings noch aus, und ausser Gewichtsreduktion gibt es auch andere Gründe, zu fasten. Wer das auf schonende Art machen möchte: Zwei bis vier Fastentage pro Monat gelten als unbedenklich. Intervallfasten kann man theoretisch auch länger, offizielle Empfehlungen gibt es allerdings nicht.