Warum ist Joghurt eigentlich so gesund?

Mrz 3, 2020ErnährungsAntworten

Oft wird gefragt, welches das gesündeste Lebensmittel sei. Spoiler-Alert: Das gibt es nicht, das gesündeste Lebensmittel. Gesunde Ernährung ist ausgewogene Ernährung. Und ausgewogene Ernährung funktioniert nur mit Abwechslung. Allerdings gibt es ein Lebensmittel, dass dieser Tage ein echter Underdog ist, und zwar zu unrecht: Joghurt. Joghurt ist gut für uns. Oder, genauer, für die meisten von uns. Es gibt kaum Lebensmittel, die wirklich jedem bekommen. Doch kommen wir zum Punkt:

Warum ist Joghurt eigentlich so gesund?

In kurz: Milchsäurebakterien. Wie bei fermentiertem Gemüse. Beides gut fürs Immunsystem.

In lang: Egal, ob Vollmich oder vegan, Joghurt enthält viele Milchsäurebakterien.  Und die sind ein echter Booster für unsere Gesundheit. Kurz – und sehr vereinfacht – gesagt: Michsäurebakterien bringen unsere Darmflora auf Vordermann. Das passiert über unterschiedliche Mechanismen, die genaue Erklärung ergäbe ein kleines Buch. Das Wichtigste ist, dass eine gesunde Darmflora unser Immunsystem unterstützt. Zwar sind die Zusammenhänge noch nicht bis ins Detail erforscht, aber man geht davon aus, dass die Darmflora die Grundlage für unser Immunsystem bildet. Unter anderem durch besagte Milchsäurebakterien. Wer sich bereits mit dem Thema Fermentation auseinandergesetzt hat, der weiss: hier werden verschiedene Lebensmittel milchsäurevergoren. Oft ist es Gemüse, durch Milchsäurebakterien wird es in Struktur und Geschmack verändert. Und genau das passiert, wenn Milch mit Milchsäurebakterien behandelt wird (oder fermentiert). Sie wird in Struktur und Geschmack verändert, wird fest und sauer. Sie wird zu Joghurt. Viele Menschen mögen fermentiertes Gemüse nicht (Sauerkraut, z.B., oder Kimchi), und manche Menschen vertragen es nicht, bei ihnen kann fermentiertes Gemüse zu Blähungen, Kopfschmerzen oder Juckreiz führen. Diesen Nachteil hat Joghurt nicht. Ausserdem ist er so vielfältig, dass selbst kritische Esser eine Zubereitungsart finden, die ihnen schmeckt. In diesem Sinne, Freunde des Löffels: ruhig mal öfter zum Joghurt greifen – am besten regelmässig.

Übrigens, ohne den Rahmen sprengen zu wollen: Oft werden die Milchsäurebakterien von pateurisiertem Joghurt als „tot“ oder „inaktiv“ bezeichnet. Das gilt mittlerweile als veraltet, auch pasteurisierter Joghurt enthält immer noch eine grosse Menge aktiver Milchsäurebakterien. Wer einen solchen schon verwendet hat, um seine eigene Joghurtkultur zu starten, kann das bestätigen.